Es gibt Themen, denen wir im Alltag lieber aus dem Weg gehen. Kinderkrebs gehört zweifellos dazu. Kaum jemand bleibt an einem Informationsstand stehen, weil er sich morgens vorgenommen hat, über Krebs bei Kindern zu sprechen. Und genau deshalb war mir schnell klar: Jeder Mensch, der stehen bleibt, jede Frage und jedes Gespräch ist unglaublich wertvoll.

In den vergangenen Wochen durfte ich die CCF Children Cancer Foundation als Charity-Partner auf der Tour der Harlem Globetrotters sowie bei den Konzerten von 6K UNITED vertreten. Die Harlem Globetrotters waren dabei in 15 Städten unterwegs, während 6K UNITED mit 19 Shows in 6 Städten begeisterte – unter anderem in Berlin, München und Hamburg. Zwei Veranstaltungsformate, die für Energie, Gemeinschaft und unvergessliche Momente stehen – und mittendrin unsere Mission: Aufmerksamkeit für Kinder mit Krebs und ihre Familien schaffen.

Zu Beginn jeder Veranstaltung stellte ich mir dieselbe Frage: Werden die Menschen bereit sein, sich auf dieses schwere Thema einzulassen?

Die Antwort war nicht immer eindeutig. Viele Besucher warfen zunächst nur einen kurzen Blick auf unseren Stand, lasen das Wort „Kinderkrebs“ und gingen weiter. Es wirkte oft so, als wollten sie das Thema möglichst weit von sich fernhalten. Und das ist menschlich. Niemand möchte sich vorstellen, dass ein Kind an Krebs erkrankt. Niemand möchte darüber nachdenken, wie sich das Leben einer Familie innerhalb weniger Stunden komplett verändern kann.

Doch genau deshalb braucht es Menschen, die den Mut haben, dieses Gespräch zu beginnen.

Mit jedem weiteren Veranstaltungstag wurde aus einem kurzen Blick immer häufiger ein ehrliches Gespräch. Menschen blieben stehen, stellten Fragen und wollten wissen, wer wir sind und warum es die CCF Children Cancer Foundation braucht. Ich durfte erzählen, dass unsere Stiftung Familien mit krebskranken Kindern genau dort unterstützt, wo staatliche Hilfen und Krankenkassen oft an ihre Grenzen stoßen – sei es durch finanzielle Unterstützung oder durch Angebote, die den Familien in einer der schwersten Phasen ihres Lebens zur Seite stehen. Es wurde deutlich, wie groß der Bedarf ist und wie viel Hoffnung konkrete Hilfe schenken kann.

Besonders bewegt haben mich die Begegnungen mit Menschen, die selbst eine Krebserkrankung in ihrer Kindheit überstanden haben.

Eine Frau wird mir dabei für immer in Erinnerung bleiben. Sie erzählte mir, dass sie als Kind selbst an Krebs erkrankt war und heute voller Stärke auf diese Zeit zurückblickt. Trotz allem, was sie erlebt hat, sprach sie nicht voller Bitterkeit, sondern voller Dankbarkeit – und mit dem Wunsch, heute selbst etwas zurückzugeben. Sie möchte die Arbeit der CCF unterstützen und anderen Familien Hoffnung schenken. Dieses Gespräch hat mich tief berührt und mir einmal mehr gezeigt, warum unsere Arbeit so wichtig ist.

Aber nicht nur diese Begegnungen bleiben mir im Gedächtnis. Es waren auch die vielen kleinen Momente: Eltern, die nachdenklich wurden, Jugendliche, die zum ersten Mal Fragen stellten, Großeltern, die sich für unsere Arbeit bedankten oder Besucher, die spontan spendeten, weil sie verstanden hatten, wie wichtig unsere Unterstützung für betroffene Familien ist.

Für mich persönlich waren diese Wochen deshalb weit mehr als nur Einsätze auf einer Tour. Sie haben meinen Blick verändert. Sie haben mir gezeigt, dass Aufklärung nicht bedeutet, Menschen Angst zu machen. Aufklärung bedeutet, Hoffnung zu geben. Hoffnung durch Information. Hoffnung durch Unterstützung. Hoffnung durch Zusammenhalt.

Ein weiterer Grund, warum diese Tour für mich etwas ganz Besonderes war, sind die Menschen hinter den Veranstaltungen. Sowohl das Team der Harlem Globetrotters als auch das Team von 6K UNITED haben uns vom ersten Tag an herzlich aufgenommen. Der Umgang miteinander war geprägt von gegenseitigem Respekt, Offenheit und echtem Interesse an unserer Mission. Es entstanden nicht nur wertvolle Gespräche, sondern auch Kontakte, die hoffentlich weit über diese Tour hinaus Bestand haben werden. Dafür bin ich sehr dankbar.

Am Ende nehme ich vor allem eine Erkenntnis mit:

Über Krebs bei Kindern möchte zunächst niemand sprechen.

Doch sobald wir den ersten Schritt wagen, entstehen Gespräche, die bewegen. Gespräche, die Verständnis schaffen. Gespräche, die Hoffnung geben.

Und manchmal beginnt genau dort die Unterstützung, die das Leben einer Familie nachhaltig verändern kann.

Deshalb bin ich dankbar, Teil dieser Tour gewesen zu sein. Dankbar für jede Begegnung, jedes offene Ohr und jeden Menschen, der den Mut hatte, stehen zu bleiben.

Denn am Ende geht es nicht nur darum, über Kinderkrebs zu sprechen.

Es geht darum, den betroffenen Kindern und ihren Familien zu zeigen, dass sie diesen Weg nicht alleine gehen müssen.

David Zimmerer

Foto by Sandra Felke